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Pfadfinder Hilfsfond e.V.

Der Pfadfinderidee verpflichtet, fördert er die Pfadfinder

Impulsgeber



Sie waren die besonderen Schwerpunkte von triple-X.

Genau Hundert von ihnen gab es, ungeheuer vielfältig waren sie. In Schulen, in öffentlichen Gebäuden, auf Plätzen oder in Turnhallen regten sie an, brachten auf Ideen, erklärten, vermittelten – kurz sie gaben IMPULSE. Für die täglichen Dinge in der Sippe oder im Stamm,  für die Auseinandersetzung mit den grundlegenden Fragen der Pfadfinderei, für die Lösung praktischer und theoretischer Probleme, aber auch für die Vorbereitung von Fahrten, über Fahrtengebiete usw. –; für die ganze breite Skala der besonderen Jugendarbeit der Pfadfinder konnten hier IMPULSE erhalten werden.

Fachleute, erfahrene Pfadfinderinnen und Pfadfinder, interessierte Teams aus den Bünden und von außen vermittelten eine unüberschaubare Vielzahl von Ideen und Anregungen an die 1200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die sich ihnen zugeordnet hatten. Manche waren so überfüllt, dass gewechselt werden musste, zum Glück waren da eine Menge interessanter Ausweichmöglichkeiten.

Hier, bei den Impulsgebern, gab es den geistigen, inhaltlichen und praktischen Austausch, hier war der Umschlagplatz für Entwürfe und Möglichkeiten der Pfadfinderarbeit. Und er wurde genutzt.

Wie wird sich diese Idee auswirken? Ganz sicher durch zunehmende Aktivität und Attraktivität an der Basis, aber auch durch noch lebendigere Vielfalt im Verband.

Nur drei Beispiele:

4 Stunden Pfadfinderethik:

Die Teilnehmer waren von der Art und der Intensität dieser 4-stündigen Runde begeistert, berichtet ein Pfadfinderbruder, einem anderen Bund außerhalb des DPV angehörend, und meint, dass sich die Beteiligten im Alter von 15 bis 75 ausgesprochen umfassend mit den Grundlagen und Zielen des Pfadfindertums auseinandergesetzt hätten.

Die tiefgehenden Gespräche hätten trotz unterschiedlicher Meinungen in einem positiven Klima durchaus kontrovers, jedoch immer tolerant und in pfadfinderischer Weise stattgefunden. Dieser „Impulsgeber“ habe ihm neue Sichtweisen erschlossen, aber auch bedeutende Eindrücke von der großen Bandbreite und der lebendigen Vielfalt im DPV und den dennoch vorhandenen gemeinsamen Grundeinstellungen vermittelt.



Kosovo AGs  „Mit eigenen Augen“ und „Kinder und Krieg im Kosovo“

Viele Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen sich persönlich informieren über die Lage der Menschen in diesem kriegsbetroffenen Land. Fünf junge Albanerinnen und Albaner, die auf Einladung der KFOR aus Prizren  hierher nach Deutschland und nach Eisenach kamen, berichten von ihren eigenen Erlebnissen vor und während des Krieges. Zunächst wurden eigene Schulen durch die Serben verboten. Sie hatten Unterricht in privaten Häusern oder Gärten, in provisorisch eingerichtete Klassen. Immer wieder wurden selbst die Kleinsten scharf kontrolliert. Es gab keine Bücher oder anderes Lernmaterial. Der Besuch der Universität war ihnen nicht möglich.

Während des Krieges erlebten sie schreckliche Stunden und Tage durch den Polizeiterror und durch die Luftangriffe der NATO. Nachts wurden die Menschen gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben. Dabei wurden die Familien getrennt und zum Verlassen ihres Landes unter Todesdrohungen und mit brutaler körperlicher Gewalt gezwungen. Sie sahen Nachbarn in ihren zerstörten Häusern sterben. Alle und insbesondere die Kinder stehen immer noch unter dem Schock dieser Erlebnisse.

Oberstleutnant Rau, selbst aus der bündischen Jugend stammend, ist bei der KFOR mit der Betreuung der Minoritäten von Serben, Roma aber auch von Albanern im deutschen Sektor beauftragt. Er hat riesige Probleme zu lösen, immer wieder auszugleichen und dort, wo das möglich ist zu helfen. Seiner Meinung nach wäre der Aufbau von Pfadfindergruppen von besonderer Bedeutung für die Rückkehr zur Normalität in diesem Gebiet, denn Verständigung unter den jungen Menschen ist eine Grundvoraussetzung für eine friedliche Zukunft. Insbesondere ältere Pfadfinder und Rover seien aufgefordert, aktiv den Aufbau zu unterstützen. Dabei wäre jede Form der Hilfe erwünscht und wohl auch eine Menge an Ideen und Phantasie nötig.

Ein Pfadfinderprojekt von besonderer Herausforderung?

Könnten wir hier direkt zum Frieden in der Welt beitragen?

IMPULSGEBER - Schmieden

Torsten Rittershaus aus Aschersleben berichtet:
„Ich hatte mir diesen Impulsgeber ausgesucht, weil wir im PfadfinderZentrum Ostharz vor Kurzem eine gut eingerichtete Schmiede geschenkt bekommen haben und mich diese Form der Materialverarbeitung auch deswegen besonders interessiert.“

Arne Paysen von der Pfadfinderschaft Nordmark brachte die gesamte Einrichtung samt Esse, Amboss, Werkzeug und Material, das zumeist aus geeigneten Metallschrottstücken bestand, den langen Weg nach Eisenach mit. Im Schulhof richtete der Hobbyschmied, der von Beruf Student – jedoch durch viele Praktika inzwischen Fachmann auf diesem Gebiet ist – seine „Lehrwerkstatt“ ein.

Immer zehn interessierte Pfadfinderinnen und Pfadfinder beteiligten sich an den Kursen, die wegen der Beharrlichkeit der „Lehrlinge“ weit über die vorgesehene Zeit liefen. Zwei weibliche und drei männliche Aspiranten waren am längsten bei der Sache.

Torsten: „ Nach einer ausführlichen Einweisung, die auch die Gefahren des Umgangs mit dem glühenden Eisen umfasste, konnten wir uns aussuchen, was wir herstellen wollten. Unser Schmiedemeister half zunächst oft mit Rat und Tat, erst langsam ergab sich ein Gefühl für den Umgang mit dem Schmiedehammer und dem Material. Ich wählte ein mittelalterliches Feuerzeug (Eisen und Stein) und einen Kerzenständer, während die anderen mehrheitlich Fahrtenmesserklingen schmiedeten. Teilweise waren die Arbeiten recht zeitaufwendig, die Ergebnisse jedoch zumeist hervorragend. Einer schuf eine so blanke Klinge, dass man sich darin spiegeln konnte. Schleifböcke und Polierscheiben waren ebenfalls vorhanden. Die Messer brauchten nur noch einen Griff, um verwendungsfähig zu sein.“

Nicht nur der Einsatz des Pfadfinders aus einem der Mitgliedsbünde im DPV, seine Vorbereitungen, der Transport, aber auch die Freude an der Weitergabe seiner Kenntnisse an Andere sind beachtenswert.

„Für mich war es eine tolle Chance etwas kennenzulernen, was mich schon lange interessierte, und was ich im PZO vielleicht weitergeben kann“, so Torsten im Nachhinein.